Deutscher Börsenbetreiber mischt beim Handel mit virtuellen Items mit

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Deutscher Börsenbetreiber mischt beim Handel mit virtuellen Items mit

By | 2015-08-24T11:53:00+02:00 August 24th, 2015|Categories: Gamesbusiness|

Mit dem stetigen Wachstum von Online- und Mobile-Games wird auch der Markt für virtuelle Items ein wichtiger Einnahmefaktor für Publisher und Entwickler. Vor allem für diejenigen, die Umsätze in Free-to-Play-Angeboten mit In-App-Käufen zu ihrem Geschäftsmodell zählen. Laut dem Marktforschungsunternehmen SuperData machte in diesem Jahr der Markt mit virtuellen Gütern bislang ca. 49,7 Milliarden US-Dollar aus. Diese Schätzung beinhaltet alle Mikrotransaktionen auf allen Plattformen, außer Downloads von kompletten Spielen und deren Add-Ons, wie Expansion Packs, Map Packs und Premium Content.

Doch neben dem Direct-to-Consumer-Aspekt gibt es auch noch einen wichtigen Cosumer-to-Consumer-Markt. Der Handel mit den virtuellen Items läuft seit Jahren, doch in vielen Fällen läuft er schwarz und ohne Garantien und Sicherheiten ab. Die Deutsche Börse möchte dies nun mit einer dafür zugeschnitten Handelsplattform namens Swapster ändern.

Swapster ist das Kind von CEO Alexander Höptner (Artikelbild) und CFO Raphael Polansky (Financial Controller bei der Deutschen Börse). Beide kamen über einen Workshop der Deutschen Börse zu dieser Idee. Natürlich gab es auch schon vorher ähnliche Handelsplattformen, doch wenn ein großer Börsenbetreiber, wie die Deutsche Börse mitmischt, ist Aufmerksamkeit gewiss.

“Wir haben das Konzept weiterentwickelt und es war schnell klar, dass Swapster eine unabhängige Firma sein muss, die eine Mischung aus Game-Industrie und Trading-Spezialisten darstellen muss. Der Satz ‘Powered by Deutsche Börse’ bedeutet, dass wir nicht nur von der Deutsche Börse AG finanziert werden und zu ihr gehören, sondern auch ihre technische Infrastruktur nutzen. Die Deutsche Börse hat einen signifikanten Anteil an Swapster, was auf ihre finanzielle Hilfe, technologischen Beitrag und die Partnerschaft hinsichtlich der Infrastruktur zurückzuführen ist,” so Höptner.

Ähnlich wie bei vergleichbaren Plattformen wird Swapster einen Obolus für jede Transaktion verlangen. Das Unternehmen plant auch Datenanalysepakete bereitzustellen. Um Items auf Swapster zu handeln, müssen die jeweiligen Spiele mit der Plattform verbunden werden. Momentan befindet sich Swapster in Vertragsverhandlungen mit sechs Spielefirmen. Bisher hat ein Unternehmen unterschrieben, doch Höptner gab zu bedenken, dass man mit 140 weiteren Entwicklern und Publishern in Kontakt steht und sich “bereits in fortgeschrittenen Verhandlungen mit etwa 40 Publishern befindet.”

Der Anreiz für die Publisher besteht natürlich darin, an einem Markt zu partizipieren, von dem sie bislang weitgehend ausgeschlossen waren. Gleichzeitig gewährt die Plattform den Spielern die Sicherheit, dass sie nicht über den Tisch gezogen werden und ihre Transaktionen ordnungsgemäß ablaufen.

“Die technische Infrastruktur der Deutschen Börse ermöglicht eine einzigartige Lösung für ein Problem, das bisher nicht zufriedenstellend gelöst werden konnte,” fährt Höptner fort. „Spieler können nun nicht nur in einem einzigen Spiel handeln, sondern ihre Leidenschaft zu Geld machen und ihre Spielerfahrung über viele Spiele und Plattformen hinweg individualisieren. Die illegalen Handelsangebote, die es bisher gibt, tragen alle Risiken und Unsicherheiten in sich und bieten keine Vergütung für die Schöpfer der Spiele. Viele der offiziellen Handelsplattformen waren hingegen auf ein Spiel oder eine Plattform limitiert und boten eingeschränkte Handelsmöglichkeiten. Swapster bietet eine betreute Handelserfahrung, Transparenz und das höchste Niveau an Sicherheit und Marktüberwachung. Da wir neutral sind, stellen wir den richtigen Partner für verschiedenste Publisher, Entwickler, Plattformen und natürlich Spieler dar.”

Man sieht sich dennoch starker Konkurrenz ausgesetzt. Dieses Jahr hat auch Valve eine Plattform für Steam-Spiele etabliert, die es den Spielern erlaubt Items zu kaufen und untereinander zu handeln. Höptner glaubt nicht, dass sich dies auf den Erfolg von Swapster auswirken wird. Steam sei eine Plattform, aus der sich Interessenskonflikte ergeben könnten.

“Wir sind ein wirklich neutraler Partner für die Spieleindustrie. Wir sind kein Publisher oder Entwickler und haben keine direkten Verbindungen zu irgendwelchen Unternehmen aus der Spielebranche. Das ist ein sehr wichtiger Aspekt für viele Publisher, da sie nicht mit anderen Spieleunternehmen in Fragen der Monetarisierung ihrer eigenen Spiele zusammenarbeiten möchten.”

“Unternehmen, die bei Swapster angemeldet sind, können bestimmen, welche Items die Spieler handeln dürfen und haben darüber hinaus das Recht die Handelsbedingungen festzulegen. Darüber hinaus können die Firmen von den Marktdaten profitieren,” so Höptner: “Sie werden in der Lage sein Marktentwicklungen zu analysieren und zu identifizieren, was sich auf die Spielbalance ihrer Spiele auswirken könnte. Langfristig werden Spielefirmen in der Lage sein, bessere Langzeitspielerfahrungen zu kreieren, indem sie sich diese Daten zunutze machen. Wir sind davon getrieben, unseren Partnern zu helfen ihre Communities besser zu managen, was zu besserer Integration der Community führen wird und schließlich auch zu höherer Kundenbindung.”

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